MUKOinfo Ausgabe 1/24: Kindergarten und Mukoviszidose

sind, reduzieren das hygienische Risi ko, ebenso wie das Vorhalten zweier Zahnbürsten, die wechselseitig benutzt werden. Spülmaschinen müssen in staatlichen Betreuungseinrichtungen besonderen hygienischen Anforderun gen genügen. Aber Kinder mit Muko viszidose sollten nicht diejenigen sein, die mit dem Lappen, der von morgens bis abends in der Küche liegt, den Tisch abputzen müssen. Erkältungen Bei einem Besuch einer Kinderbetreu ungseinrichtung ist es unvermeidlich, dass die Kinder sich gegenseitig anste cken. Dies ist ein normaler Vorgang, den auch Kinder mit Mukoviszidose durchmachen sollen, damit – spätes tens im Erwachsenaltern – die Krank heitserreger nicht mehr bei jedem Atemwegsinfekt in die Lunge gelangen können. Allerdings benötigen die Kinder mit Mukoviszidose bei diesen akuten Erkrankungen ausreichend Erholungs zeiten zuhause, gepaart mit einer vom CF-Zentrum vorgegebenen intensivier ten Inhalations- und ggf. antibiotischen Therapie, damit Schädigungen der Lunge vermieden werden. Stolpersteine im Spielbereich Menschen mit Mukoviszidose haben ein erhöhtes Risiko für Lungeninfektionen mit Bakterien und hier insbesondere sogenannten „Feuchtkeimen“. Glückli cherweise sind die meisten Situationen in Krippe/Kindergarten diesbezüglich unbedenklich. Einige Situationen kön nen jedoch den Kontakt mit Keimen erhöhen. Allerdings gibt es für die we nigsten Alltagssituationen Untersuchun gen, die es ermöglichen, genau einzu schätzen, wie hoch das Risiko durch eine bestimmte Situation tatsächlich ist.

Daher sollte hier gelten, dass Eltern und Erzieher gemeinsam überlegen: Welche Vorteile/Erlebnisse fehlen dem Kind, wenn es nicht mitmachen kann? Dies sollte durch die Eltern abgewogen wer den, eventuell in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, gegenüber dem möglichen Risiko, das durch die Situa tion entsteht, um eine gute individuelle Lösung zu finden.

Pankreasenzyme beschränkt bleiben. Die morgendliche und abendliche Gabe von Antibiotika und Beschränkung auf zweimal tägliche Inhalation ist bei na hezu allen Kindern mit Mukoviszidose inzwischen möglich, ohne dass die Ge sundheit leidet. Die Gabe der Pankreasenzyme kann in den meisten Fällen von den Eltern in der Eingewöhnungsphase geschult werden. Gelegentlich ist die Unterstützung der Ernährungsberater des CF-Zentrums zusätzlich hilfreich. Hinsichtlich der Do sierung der Pankreasenzyme hat es sich bewährt, dass die Einrichtungen den Eltern in der Vorwoche Essenpläne mit Fettangaben austeilen. Dies ist bei nahe zu allen Cateringeinrichtungen möglich. So können die Eltern dann das Kreon entsprechend dosiert mitgeben. Auch das Buch „Fett for Life“ kann hilfreich sein, damit z.B. bei Süßigkeiten bei be sonderen Anlässen, wie Geburtstagen, von den ErzieherInnen selbst die Enzym menge nachgesehen werden kann. Hygiene Tatsächlich sind die üblichen „Gefahren zonen“ der Hygiene bei Mukoviszidose in einer Kinderbetreuungseinrichtung auch recht gut zu reduzieren. Das morgendli che Durchspülen von Waschbecken und Toiletten ist eine Tätigkeit, die die Ein richtungen typischerweise problemlos erledigen können. Gerade die jüngeren Kinder werden beim Toilettengang oft begleitet, so dass, nach elterlicher Anlei tung, die ErzieherInnen den Kindern gut vermitteln können, dass das Einatmen der Aerosole beim Spülen der Toiletten am besten vermieden werden kann.

Prof. Dr. Anna-Maria Dittrich Oberärztin Klinik für pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

Papierhandtücher, wie sie in den meis ten Einrichtungen inzwischen Standard

Werden einige Dinge berücksichtigt, steht dem Kita-Besuch nichts im Wege.

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Schwerpunkt-Thema: Kindergarten und Mukoviszidose

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