MUKOinfo 3/26: Mit Mukoviszidose ins Ausland

Neue Therapieansätze ergänzen Modulatoren Auch wenn einzelne Programme scheitern, zeigt die Vielzahl neuer Entwicklungen, wie intensiv weltweit an verbesserten Therapien für Menschen mit Mukoviszidose gearbeitet wird. Gleichzeitig richtet sich der Blick zunehmend auf Behand lungsansätze, die unabhängig von CFTR-Modulatoren wirken. Gerade für Menschen, die keine Modulatoren erhalten können oder trotz der Behandlung weiterhin Beschwerden haben, könnten diese neuen Strategien künftig eine wichtige Ergän zung darstellen. Salz-Wasser-Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringen Im menschlichen Körper gibt es nicht nur den Chloridkanal CFTR, der bei Mukoviszidose nicht richtig funktioniert. Zahl reiche andere Ionenkanäle stehen in einem engen Zusammen hang mit CFTR und sorgen insgesamt für ein Gleichgewicht im Salz-Wasserhaushalt. Einer dieser anderen Kanäle ist der Natriumkanal ENaC. Hemmt man diesen, könnte man indirekt das Gleichgewicht im Salz-Wasserhaushalt wiederherstellen, das durch den CFTR-Defekt bei Mukoviszidose gestört ist. Diese Idee wird schon seit vielen Jahren verfolgt und es wur den auch schon verschiedene Studien mit ENaC-Hemmstoffen durchgeführt. Keiner der bisher getesteten Wirkstoffe war ge eignet. Entweder wurden die Wirkstoffe zu schnell wieder ab gebaut, sodass sie nicht richtig wirken konnten oder es kam zu unerwünschten Nebenwirkungen. Doch ein neuer Wirkstoff (ETD001) zeigt erstmals, dass eine Hemmung des Natrium- kanals anscheinend doch sinnvoll möglich ist. Mutationsunabhängiger Wirkstoff verbessert Lungenfunktion Die Studiendaten zeigen eine Verbesserung der Lungenfunk tion um durchschnittlich 3,4 Prozent im Vergleich zu Placebo. Das erscheint im Vergleich zur Modulatortherapie nicht viel, bedeutet aber, dass über eine Hemmung des ENaC-Kanals grundsätzlich klinisch wirksam in den Salz-Wasser-Haushalt eingegriffen werden kann und damit ein Medikament entwi ckelt wird, das unabhängig von der CFTR-Mutation wirkt. Es kommt deshalb u.a. auch in Frage für Menschen mit CF, die keine Modulatoren nehmen können, aber auch für diejeni gen, die bereits Modulatoren nehmen und bei denen noch Probleme mit Schleim in der Lunge fortbestehen und auch für Menschen ohne Mukoviszidose-Diagnose, aber mit entspre chender Lungenerkrankung. Es müssen jetzt größere Studien

durchgeführt werden, um die Effekte zu bestätigen – erst dann wird man auch genauere Schlüsse über die Wirksamkeit ziehen können. ETD001 wird inhaliert und wurde gut vertragen. Neue antimikrobielle Therapien jenseits klassischer Antibiotika Auch nach Alternativen und Ergänzungen zu klassischen Anti biotika wird weiter gesucht und die Bekämpfung von Bakteri en geht dabei auch Wege abseits der klassischen Antibiotika. Viele der vorgestellten Ansätze befinden sich noch in frühen Entwicklungsstadien, könnten jedoch langfristig neue Mög lichkeiten eröffnen, chronische Infektionen bei Mukoviszidose gezielter und nachhaltiger zu behandeln. Bakteriophagen: Fortschritte und Grenzen Die Bakteriophagen-Therapie wird in der CF-Community viel diskutiert. Es gibt erste positive klinische Erfahrungen am Universitätsklinikum Frankfurt mit der Anwendung von Bakte riophagen bei chronischer Pseudomonas-Infektion. Es werden aber auch Studien abgebrochen, wie beispielsweise das große amerikanische Entwicklungsprogramm zur Bakteriophagen- Therapie (BiomX-Studie), das aufgrund von Nebenwirkungen und Unsicherheiten hinsichtlich der Zusammensetzung des Phagencocktails, der Dosis und der verwendeten Inhalations systeme eingestellt wurde. Auch das Auftreten von Antikörpern oder bereits vorhandene Antikörper gegen verabreichte Pha- gen wurden in Einzelfällen beobachtet. Das könnte dazu füh ren, dass wiederholte Phagen-Anwendungen erschwert werden.

Kühles Konferenzzentrum im portugiesischen Sommer

23 Wissenschaft

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