MUKOinfo 3/26: Mit Mukoviszidose ins Ausland

ansammelt). Derzeit wird getestet, ob es möglich ist, Studien gemeinsam durchzuführen, was die Studiendurchführung und Entwicklung neuer antientzündlicher, schleimlösender und antibakterieller Arzneimittel deutlich vereinfachen würde. In Untersuchung sind aktuell Verducatib (eine antientzündlich wirkende Substanz), AZD0292 (ein Antikörper, der bei chroni scher Pseudomonas-Besiedlung der Lunge helfen könnte) und SPL5AC (eine schleimlösende Substanz). Darmgesundheit: Mikrobiom ist bei CF anders Bei Menschen mit Mukoviszidose ist der Darm oft dauerhaft leicht entzündet. Gleichzeitig unterscheidet sich die Zusam mensetzung der Darmbakterien (das Mikrobiom) deutlich von der gesunder Menschen. Dieses Ungleichgewicht wird als Dys biose bezeichnet. Typisch für CF ist, dass weniger verschie dene Bakterienarten vorhanden sind (reduzierte Diversität), nützliche Bakterien vermindert sind und potenziell schädliche und entzündungsfördernde Bakterien vermehrt auftreten. Die Dysbiose ist die Folge der Darmerkrankung bei CF und ihrer Behandlungen (z.B. Antibiotika, Magensäureblocker oder Abführmittel) und nicht die Ursache der Darmprobleme. Sie kann Entzündungen verstärken, Verdauungsbeschwerden fördern und möglicherweise den Verlauf der Grunderkrankung verschlechtern. Noch nicht ausreichend geklärt ist, welchen Einfluss die oft umfangreiche Medikamenteneinnahme (Poly pharmazie) und die Ernährung auf das Mikrobiom haben. Forschung aus anderen Erkrankungen nutzen Auch bei der Darmgesundheit werden inzwischen Erkenntnisse aus anderen Erkrankungen für die CF-Therapie genutzt. Das menschliche Darm-Mikrobiom ist ein zentrales Forschungs thema bei vielen Erkrankungen, ob chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Übergewicht oder chronische Verstopfung. Die Grunderkrankungen sind zwar in ihrer Entstehung und Ausprägung unterschiedlich, aber teilweise werden ähnliche Medikamente wie bei CF eingenommen, teilweise ist auch die Ernährung oder der Lebensstil der Patienten ähnlich. Ein viel versprechender Ansatz könnte daher sein, die Ergebnisse und Therapieansätze aus anderen Erkrankungen auf die CF zu über tragen. Regelmäßige körperliche Bewegung, keine Zigaretten, wenig Alkohol - das wird bei CF schon lange empfohlen. Aber es gibt auch therapeutische Ansätze, die in Studien bereits ausprobiert werden: Prä-, Pro- und Postbiotika (also Ballast

Der diesjährige Konferenz-Präsident Professor Carlos Farinha eröffnet die Konferenz.

Die Europäische CF-Gesellschaft ECFS hat nun eine Bakteriopha- gen-Arbeitsgruppe gegründet, die sich unter Beteiligung des Mukoviszidose e.V. auf der Konferenz in Lissabon getroffen hat. Biofilm-gerichtete und neue antiinfektiöse Ansätze Ein weiterer Weg der Bakterienbekämpfung sind Antikörper gegen bakterielle Biofilme, die – unabhängig vom Erreger – Biofilme, in denen Bakterien sich gegen Antibiotika schützen, aufbrechen sollen. Ein Wirkstoff ist CMTX-101, der in einer frühen klinischen Studie bei Menschen mit chronischer Pseu domonas-Infektion intravenös einmalig verabreicht wurde. Er zeigte eine gute Sicherheit, eine nachweisbare Verteilung in der Lunge sowie erste Hinweise auf eine mögliche Reduktion der bakteriellen Last und der Entzündung. Ein anderer Wirkan satz ist das inhalative antimikrobielle Peptid OMN51, das aus einem natürlichen antimikrobiellen Peptid (Capitellacin) ent wickelt wurde. Es soll insbesondere gegen Pseudomonaden wirksam sein. Präklinische Daten zeigen eine breite Aktivität gegen gramnegative Erreger, eine geringe Resistenzentwick lung sowie eine stabile Verabreichung über verschiedene Inhalationsgeräte. Forschungsansätze außerhalb von CF: Blick über den Tellerrand Forschende Pharmafirmen setzen derzeit auch auf größere Studien mit Menschen, die Lungenerkrankungen haben, un abhängig von der Grunderkrankung. Es geht insbesondere um Menschen mit Bronchiektasen (bleibende Erweiterungen der Atemwege in der Lunge, in denen sich Schleim leichter

24 Wissenschaft

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