MUKOinfo 3/26: Mit Mukoviszidose ins Ausland

Bakteriophagen gelten als vielversprechende Ergänzung zu Antibiotika bei schwer behandelbaren bakteriellen Infektionen. Bis sie Teil der regulären Versorgung werden können, sind jedoch noch viele Forschungsfragen zu klären. Der Mukoviszidose e.V. unterstützt deshalb gezielt Projekte, die den Einsatz dieser innovativen Therapie weiter voranbringen. Bakteriophagen Hoffnungsträger in der Behandlung bakterieller Lungeninfektionen

Unsere Forschungs- projekte

Warum Phagen erforscht werden Auch im Zeitalter der CFTR-Modulatoren bleiben bakterielle Lungeninfektionen ein ernstzunehmendes Problem bei Mukoviszidose. Chronische Infektionen sind häufig durch einen schützenden Biofilm vor der körpereigenen Abwehr und vor Antibiotika geschützt. Zudem können jederzeit neue Infektionen auf treten. Dadurch bleibt der Kreislauf aus Infektion und Entzündung bestehen, der das Lungengewebe schädigt und die Lungenfunktion verschlechtern kann. Antibiotika sind weiterhin unverzicht bar. Da ihre Wirksamkeit durch Biofilme und Resistenzen jedoch begrenzt sein kann, werden ergänzende Behandlungs möglichkeiten erforscht. Als vielverspre chender Ansatz gelten Bakteriophagen (Phagen) – Viren, die gezielt Bakterien angreifen. Bislang gibt es in Europa kein regulär zugelassenes Phagenpräparat zur Behandlung von Menschen mit Mu koviszidose. Phagentherapien werden

jedoch in einigen europäischen Ländern bereits im Rahmen klinischer Studien oder über besondere Zugangswege und in Einzelfällen eingesetzt. Bis sie als reguläre Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung stehen können, sind jedoch noch wichtige Forschungsfragen zu Wirksamkeit, Sicherheit, Herstellung und Anwendung zu klären. Ausführliche Informationen zum aktuel len Stand der Phagentherapie, zu ihren Chancen und Grenzen sowie zu ersten Anwendungen in Deutschland finden Sie auf unserer Internetseite in den For schungsnews „Bakteriophagen als mög liche neue Therapieoption bei schwer behandelbaren Infektionen“.

te das Zusammenspiel verschiedener Phagen mit Pseudomonas aeruginosa . Die daraus entstandene Fachpublikation (siehe Literaturhinweise) zeigt, dass mehr Phagen nicht automatisch eine bessere Therapie bedeuten: Verschie dene Phagen können sich gegenseitig behindern, und Bakterien können den noch Resistenzen entwickeln. Für eine erfolgreiche Phagentherapie müssen die eingesetzten Phagen daher sorgfäl tig ausgewählt und auf den jeweiligen Erreger abgestimmt werden. Neues Forschungsprojekt soll die Phagenauswahl beschleunigen Ein weiteres, durch den Mukoviszido se e.V. gefördertes Projekt startet im Oktober 2026 am Universitätsklinikum Frankfurt unter der Leitung von Dr. Olaf Tyc. Ziel ist es, die Auswahl geeigneter Phagen deutlich zu beschleunigen. Dazu sollen flüchtige organische Verbin dungen (VOCs), die von Pseudomonas aeruginosa gebildet werden, genutzt

Der Mukoviszidose e.V. fördert die Phagenforschung

Der Mukoviszidose e.V. unterstützt deshalb gezielt die Forschung auf die sem Gebiet. Ein 2023 abgeschlossenes Projekt an der Charité Berlin untersuch

Forschungsförderung im Mukoviszidose e.V. Der Bundesverband Mukoviszidose e.V. gibt jährlich ca. eine Million Euro für Forschung aus, u.a. für das Patientenregister. Darin sind auch 250.000 Euro enthalten, die wir für Forschungsprojekte zu CF-relevanten Themen ausschreiben. Allgemeine Informationen zur Forschungsförderung: www.muko.info/forschungsfoerderung

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